Geschützter Alltag für Mütter und Kinder

Sicheres Wohnen im „Haus Luise“ in Wien

Wenn Frauen mit ihren Kindern oder Schwangere Unterstützung und ein Zuhause auf Zeit suchen, wenn sie plötzlich wohnungslos werden oder die Kindesabnahme droht, klopfen sie an die Türe des „Haus Luise“. Dort erhalten sie 24 Stunden am Tag wertschätzende Hilfe. Die Leiterin des Hauses, Claudia Ferner, im Interview über unglückliche Umstände, Hilfe zur Selbsthilfe und Stabilität.

Wenn schwangere Frauen oder Mütter mit ihren Kindern an die Tür des „Haus Luise“ in der Schanzstraße im 15. Bezirk in Wien klopfen, so hat sich keine von ihnen diese Adresse gerne ausgesucht. Viel eher sind es „Verkettungen unglücklicher Umstände“, wie Claudia Ferner im folgenden Interview erzählt. Sie hat das Mutter-Kind-Haus vor über zehn Jahren mit aufgebaut und leitet diesen Zufluchtsort für Frauen und ihre Kinder heute. Das „Haus Luise“ bietet dabei sowohl längerfristig unterstützte Wohnmöglichkeiten für Mütter und Kinder als auch ein unkompliziertes Zuhause auf Zeit für plötzlich wohnungslos gewordene Schwangere und Mamas. Die geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritas-Angebotes unterstützen und beobachten auch im Fall einer drohenden Kindesabnahme unkompliziert und professionell in Form des sogenannten „Abklärungswohnens“ in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt.

Das „Haus Luise“, das ebenjene drei Hilfsangebote für Frauen unter einem Dach vereint, bietet dabei vor allem eines - Hilfe zur Selbsthilfe und das, was den Frauen laut Leiterin Ferner in den meisten Fällen fehlt: "Stabilität und ein soziales Netzwerk". In diesem Interview gibt die Pädagogin Einblick über das Haus Lusie und seine Bewohnerinnen.
 

Wie sieht Ihre Kapazität aus und wer kann zu Ihnen kommen?

Insgesamt stehen 20 Wohneinheiten zwischen 20 und 40 Quadratmetern für 20 Mütter und an die 50 Kinder zur Verfügung. Momentan beherbergen wir 20 Mütter und 29 Kinder. Wir bieten zwei unterschiedliche Unterkünfte an: Frauen, die sich in einer akuten Notlage befinden, kommen zuerst ins Notquartier, denn dort können wir rund um die Uhr, also auch in der Nacht und am Wochenende helfen. Es sind Frauen, die von ihren Partnern auf die Straße gesetzt oder auch vom Vermieter rausgeschmissen wurden, teilweise aber auch ganz junge Mütter, deren Eltern sie nicht mehr zuhause haben wollten. Diese Mütter bekommen dann ganz unkompliziert und rasch einen Wohnplatz für bis zu sechs Wochen. Unser Team betreut sie, hilft bei der Zukunftsplanung und unterstützt sie dabei, einen längerfristigen Wohnplatz zu finden. Die andere Hilfe richtet sich an Frauen, die bereits eine Perspektive, eine Zukunftsplanung, aber keine eigene Wohnung haben und genau hier Unterstützung brauchen. Auf Grund der Angst, dass ihnen das Jugendamt die Kinder wegnehmen könnte, gehen diese Frauen oft auch irgendwelche Partnerschaften oder Abhängigkeitsverhältnisse ein, nur damit ihre Wohnungsnot nicht auffällt. Man spricht hier auch von einer verstecken Wohnungslosigkeit, denn man sieht diese Mütter mit ihren Kindern ja nicht auf der Straße schlafen. Vieles spielt sich im Verborgenen ab, weil dahinter ganz viele Ängste stecken.

Aus welchen Verhältnissen kommen die Frauen?

In den meisten Fällen begegnen wir hier Frauen, die von Anfang an Startschwierigkeiten hatten, die kein liebevolles Elternhaus hatten, die als Kinder nicht gefördert wurden, die selbst in Heimen aufgewachsen sind, und deren Probleme sich durch ihr bisheriges Leben ziehen. Die meisten Frauen haben schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich, bis sich schließlich an uns wenden.
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Wie sieht die konkrete Hilfe aus, die Sie anbieten?

Bei uns lernen die Frauen eine geregelte Tagesstruktur, Haushaltsführung, Hygiene, eine adäquate Kindererziehung. Aber es geht auch um Schuldenregulierung, darum, wie man lernt, seine Miete pünktlich zu zahlen oder einfach nur eine Geburtstagsfeier für sein Kind auszurichten – für viele von uns eine Selbstverständlichkeit, aber einige Frauen müssen das erst lernen. Was die meisten Frauen gemeinsam haben: Sie verfügen über kein soziales Netzwerk – Familie und Freunde sind weggebrochen. Es fehlt an Stabilität, und sie stehen ziemlich alleine da. Unsere Aufgabe besteht also auch darin, mit ihnen gemeinsam wieder ein Netzwerk aufzubauen und Freundschaften zu entwickeln. Deshalb veranstalten wir auch viele Gemeinschaftsaktivitäten im Haus oder fahren ein Mal im Jahr mit den Müttern und den Kindern auf Urlaub. Es gibt Picknicks, Weihnachtsfeiern oder das monatliche MUKI-Café, wo gemeinsam die Bewohnerinnenvertretung gewählt wird. Wir wollen, dass die Frauen neue Anregungen bekommen und ihre Kinder später dadurch auch bessere Chancen erhalten als sie selber. Es geht darum, Not zu sehen und Not zu lindern. Da haben wir einen ganz konkreten Auftrag, den wir gerne erfüllen. Wir fragen auch nicht nach dem Warum, denn keine Frau hat sich diese Situation ausgesucht. Es sind Verkettungen unglücklichster Umstände.
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Wie sehr müssen denn die Frauen kooperieren?

Ich muss sagen, dass wir in den MUKI-Häusern sehr konsequent darauf achten, dass die Frauen die Betreuungsvereinbarungen sowie Zielvereinbarungen einhalten. Schließlich gibt es Regeln, an die man sich halten muss, und das ist nicht immer so einfach. Grundsätzlich wissen die Frauen es aber zu schätzen, dass sich jemand um sie kümmert und ihnen hilft, den Tag zu strukturieren. Und die meisten Mütter geben wirklich alles, um ihre Kinder behalten zu können.
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Wie sieht der Tagesablauf aus?

Ein wöchentlicher Fixpunkt ist ein Betreuungsgespräch. Wir haben auch männliche Betreuer, denn wir wollen die Realität abbilden und ein positives Männerbild vermitteln. Hat eine Frau ein Problem mit einer männlichen Betreuungsperson kann, man das aber auch ändern. Der Tagesablauf hängt von den Frauen ab. Wenn wir wissen, dass der Alltag funktioniert, lässt man sie mehr oder weniger selbständig gestalten – lediglich am Abend werden sie besucht, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Je länger die Frauen hier sind, desto mehr können wir uns auch auf sie verlassen.
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Wie kommt man zu einer Wohnung?

Wenn sich Mütter mit ihren Kindern in einer akuten Notlage befinden, können sie sich direkt an uns wenden. Der Fonds Soziales Wien (FSW) fördert die Wohnungen und weist zu. Wir haben aber auch einen spendengeförderten Platz über den wir selbstständig verfügen können. Nach einem Erstgespräch wird beurteilt, ob das Angebot für die Frau Sinn macht.

Wie sieht Ihre finanzielle Unterstützung aus?

Weil wir das einzige Mutter-Kind Haus sind, das eine 24-Stunden-Betreuung anbietet, brauchen wir entsprechend viel finanzielle Unterstützung, um den Betrieb weiterhin aufrecht zu erhalten.
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Gemeinsam helfen

Seit 2009 unterstützt BIPA die Mutter-Kind-Häuser der Caritas. Und auch das „Haus Luise“ konnte im November 2010 mit der finanziellen Hilfe von BIPA eröffnet werden. Mit der aktuellen Spendenaktion gemeinsam mit dem langjährigen Partner&Gamble und anlässlich des nahenden Muttertages gehen von 30. April bis 27. Mai 25 Cent je gekauftem Artikel der Marken Gillette Venus, Ariel, Oral-B, Pampers und Pantene direkt an die Mutter-Kind-Häuser der Caritas. Auch dieses Jahr sollen wieder 100.000 Euro für 3.000 Schlafplätze gesammelt werden. 

Gleichzeitig wird durch die Unterstützung in Form von BIPA Gutschein Cards den Müttern und Kindern direkt unter die Arme gegriffen. Die Mütter können so eigenständig notwendige Produkte wie Windeln, Babynahrung oder Hygieneprodukte kaufen und erlangen über diesen Weg auch wieder einen Teil ihrer Selbständigkeit zurück. Aber auch BIPA Kunden können durch die Aktion „Aufrunder bewirken Wunder“ helfen: Der zu zahlende Betrag wird bei der Aussage: „Aufrunden bitte“ auf den nächsten 10-Cent-Betrag aufgerundet. Auch „Automatisch aufrunden“ ist möglich und lässt sich ganz einfach an der Kassa aktivieren.

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