Tampons und Binden  für obdachlose Frauen

„füreinand’“ – BIPA spendet 3.000 Monatshygieneprodukte an Frauen in Not

Im Rahmen der Aktion „füreinand’“ ruft die Caritas zur Spende von Monatshygieneprodukten für obdachlose Frauen auf. BIPA hat sich mit 3.000 Verpackungen Tampons und Binden an der Spendenaktion beteiligt und die Leiterin des Caritas Hauses Miriam, Frau Maja Markanovic-Riedl, interviewt.


Was sind die häufigsten Probleme, mit denen obdachlose Frauen konfrontiert sind und zu Ihnen kommen?

Die häufigsten Probleme sind die Scham und die Schuldgefühle, wenn Frauen in das Haus Miriam kommen. Sie schämen sich, um Hilfe zu bitten, und denken leider ganz oft, dass sie schuld sind an dieser Situation. Da ist es besonders wichtig, die Frau einmal zur Ruhe kommen zu lassen und ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine ist.


Die Caritas ruft seit kurzem mit der Aktion „füreinand’“ zu Sachspenden von Hygieneartikeln wie Tampons, Binden und Unterwäsche für armutsbetroffene Frauen auf. Wie wird die Aktion bisher angenommen?

Die Aktion hat unsere Erwartungen völlig übertroffen. Es ist wirklich toll, wie viele Menschen uns unterstützt haben. Ich möchte an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön aussprechen: Danke all den Einzelpersonen, den Gruppen, die sich zusammengeschlossen haben und uns ein Paket geschickt haben, den kleinen und großen Firmen, die so viel gespendet haben.


Wie erreichen die gespendeten Produkte die Frauen, die sie am dringendsten benötigen?

Im Haus Miriam konnten wir unser Hygienekammerl wieder auffüllen und die Bewohnerinnen können sich jederzeit bei Bedarf Hygieneartikel nehmen. Da wir aber so viele Spenden erhalten haben, werden diese auch in anderen Einrichtungen verteilt, und wir haben beim Tageszentrum beim Hauptbahnhof die erste rote Box aufgestellt, wo sich alle Frauen, die Bedarf an Tampons, Binden etc. haben, bedienen können.


BIPA hat 3.000 Verpackungen Monatshygieneprodukte für obdachlose Frauen gespendet. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

BIPA unterstützt die Mutter-Kind-Häuser der Caritas bereits seit über 10 Jahren. Mit der finanziellen Hilfe von BIPA konnte die Caritas im November 2010 das Haus Luise eröffnen. Durch die Unterstützung in Form von BIPA Gutschein Cards wird den Müttern und Kindern auch direkt unter die Arme gegriffen. Die Mütter können so eigenständig notwendige Produkte wie Windeln, Babynahrung oder Hygieneartikel kaufen und erlangen über diesen Weg auch wieder einen Teil ihrer Selbständigkeit zurück. Wir sind sehr froh, mit BIPA einen langjährigen Partner zu haben, der sich verlässlich für Frauen in Not einsetzt.


Das Thema „Menstruation“ ist nach wie vor mit vielen Tabus behaftet. Wie kann man obdachlosen Frauen, außer mit Sachspenden wie Hygieneartikeln, diesbezüglich noch Hilfe anbieten?

Sprechen wir darüber! Als wir begonnen haben, Hygieneartikel für obdachlose Frauen zu sammeln, war das Echo durchgehend positiv. Ganz viele Menschen haben sich gemeldet und gesagt, wie toll sie es finden, dass wir dieses Thema enttabuisieren. Unsere Bewohnerinnen waren auch ganz begeistert von der Aktion und es war für sie wichtig, dass über das Thema Menstruation und Obdachlosigkeit gesprochen wird.


Während des Lockdowns war es für obdachlose Menschen noch schwieriger, spezielle Einrichtungen wie Essensausgabestellen, öffentlich zugängliche Toiletten oder Arztpraxen aufzusuchen.

Wo besteht Ihrer Meinung nach der größte Handlungsbedarf, um vor allem obdachlosen Frauen in Zukunft für ihre Intimhygiene und bei gynäkologischen Problemen Privatsphäre und Hilfe zu offerieren?

Es sollte mehr öffentliche, und vor allem kostenfreie, Toiletten geben!

Das Haus Miriam bietet obdachlosen Frauen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren Wohn- und Krisenplätze, Unterstützung sowie Betreuung und Beratung. Wie kann man diesen Frauen als Privatperson helfen?

Die Unterstützungsmöglichkeiten im Haus Miriam sind vielfältig. Wir suchen immer wieder Freiwillige für unterschiedliche Tätigkeiten. Außerdem freuen wir uns über haltbare Lebensmittel und Drogerieartikel wie Duschgel, Shampoos oder Deos. Und finanzielle Unterstützung in Form von Spenden ermöglicht uns, dass wir täglich - 365 Tage im Jahr - ein rein spendenfinanziertes Frühstück und Abendessen anbieten können.


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